Kommunale Wärmeplanung für die Hansestadt Salzwedel

IEQK „Quartier Örtzetal“ in der Stadt Munster

23. Juni 2026

Referenz

Kommunale Wärmeplanung für die Hansestadt Salzwedel

Umsetzungszeitraum: März 2025 bis März 2026

Leistungsbereich: Kommunale Wärmeplanung

Auftraggeber: Hansestadt Salzwedel

 
 

Ausgehend von den Anforderungen des WPG an die Durchführung und die Ergebnisse einer kommunalen Wärmeplanung, erfolgte für die Hansestadt Salzwedel die Erstaufstellung einer KWP. Eine Besonderheit lag dabei in den unterschiedlichen Ausgangssituationen im Stadtkern mit zahlreichen historischen Fachwerkhäusern, sowie bestehenden Wärmenetzstrukturen und den dörflich-ländlich geprägten 48 Ortsteilen der Stadt, die dezentral versorgt werden und teilweise keine Gasnetzinfrastruktur besitzen. Ausgehend von einer umfassende Bestandsanalyse wurde zunächst das Einsparpotenzial durch energetische Sanierungen des Gebäudebestands ermittelt. Der Ableitung umsetzungsstarke Maßnahmen für die Sanierung kam in der Hansestadt dabei eine wichtige Bedeutung zu, da fast zwei Drittel des Gebäudebestands vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut wurde. In einem weiteren Schritt wurde das zur Verfügung stehenden Potenzial aus erneuerbaren Energien ermittelt, mit dem Ergebnis, dass insb. Abwärme, die Kläranlage, die Fließgewässer und landwirtschaftliche Biomasse ein relevantes Wärmepotenzial mit sich bringen. Gleichzeitig wurden u. a. unter Beteiligung der Avacon Natur als Wärmenetzbetreiber verschiedene Quartiere der Stadt, die eine hohe Wärmedichte aufweisen, auf die wirtschaftliche Machbarkeit zur Errichtung von Wärmenetzen untersucht. Die Erstellung der Wärmeplanung war in einen umfangreichen Prozess zur Akteursbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit eingebettet.

 

Die wesentlichen Inhalte:

  • bis 2045 kann der Wärmebedarf durch energetische Sanierung um etwa 30 % reduziert werden
  • besonders hohes Potenzial für erneuerbare Wärme aus: industrieller Abwärme, Abwasser, Flusswasser aus der Jeetze und Salzwedeler Dumme & landwirtschaftlicher Biomasse
  • eine umfassende Versorgung mit Wasserstoff ist auszuschließen
  • lediglich die Kernstadt ist als Wärmenetzeignungsgebiet ausgewiesen
  • flächendeckende Wärmepumpeneignung mit Ausnahme der Altstadt
  • Vereinzelt sind in den Ortsteilen kleinere Arealnetze denkbar, in weiten Teilen wird die Versorgung wahrscheinlich weiterhin dezentral erfolgen

Auftraggeber